Flummis im Advent

Früher war der Advent ja eine Fastenzeit. Keine Schokolade, keine Geschenke und vor allem: keine Adventskalender. Heute hingegen grase ich das ganze Jahr über Innenstädte und Flohmärkte nach Dingen ab, die die Größe eines Federmäppchens und den Wert von 1 Euro nicht wesentlich überschreiten. Das heißt etwa: Glitzerstifte, Aufkleber oder Flummis. (Im Internet  tauschen sich Mütter intensiv darüber aus, was man im x-ten Jahr denn noch Originelles in den Adventskalender packen könnte.) Denn etwas Süßes soll es verantwortungsvollerweise nicht sein. Und einen herkömmlichen Schokoladenkalender gibt’s sowieso von Oma.

Aber selbst wenn ich neben all den Glitzerstiften auch vorbildlich Zettelchen mit gemeinsamen Aktivitäten wie Plätzchenbacken oder Schwimmengehen als Päckchen verschnüre, bleiben am Ende doch immer noch genügend Dinge, die nur wieder im Kinderzimmer herumfliegen. Eine Freundin kaufte darum letztes Jahr kurzentschlossen ein Playmobil-Set und verpackte die Einzelteile in 24 Päckchen. Eine schöne Idee. Was aber nicht heißt, dass die Playmobil-Teile nicht auch überall herumfliegen. Eine weitere Alternative: fertige Kalender mit kleinen, unnützen Spielsachen drin.

Schließlich erinnerte ich mich an eine Idee, die meine Mutter bei uns einst eingeführt hat: Geschenke nur an den Adventssonntagen. Das konnte dann wenigstens etwas größer und auch sinnvoller sein. Doch mittlerweile befanden sich schon sieben Dinge in meiner Adventskalender-Sammlung. Darunter auch zwei hübsche, neutrale Pappschachteln, die mit den dazugehörigen Glitzerstiften zu Geschenken für Oma und Tanten verwandelt werden sollten. Außerdem mussten dringen eine neue Trinkflasche und ein paar Stoppersocken her. Dafür haben dieses Jahr erstmals Marzipankartoffeln und Schokoladentäfelchen ihren Weg in den Adventskalender gefunden. Er wird wie immer an einer Schnur aufgereiht am Türrahmen herunterhängen und mit seinen vielen bunten Päcken sehr hübsch aussehen.

Beim Auspacken der Weihnachtskiste ist mir gestern schließlich noch ein Adventskalender aus dem letzten Jahr in die Hände gefallen: Für jeden Dezembertag steckt da ein winziges Buch mit einer kurzen Geschichte. Das heißt allerdings: Nora wird dieses Jahr jeden Morgen vier Adventskalender öffnen müssen: den mit den Büchern, Mamas selbstgemachten und zwei Schokoladenkalender. Einer davon gehört dem einjährigen Justus, der eigentlich nur ganz selten Schokolade bekommt. Der letzte Seufzer seiner großen Schwester zu diesem Thema: „Vielleicht muss ich ja dann sogar beide Schokoladen essen.“

Published in: on 30. November 2009 at 16:04  Comments (1)  
Tags: ,

The URI to TrackBack this entry is: https://schellhammer.wordpress.com/2009/11/30/flummis-im-advent/trackback/

RSS feed for comments on this post.

One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Ja, in den Adventskalender kann man sehr viele schöne Sachen reintun. Und diese müssen ja auch nicht immer so teuer sein. Ich finde die Idee mit den Stoppersocken und dem Marzipan beispielsweise sehr gut.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: